
© reuters
Die Marseille-Spieler jubeln, FCZ-Aegerter ist designiert.
In den Schlussminuten setzte Marseille vor den euphorisierten Anhängern im Stade Vélodrome zur Gala an: Bis 10 Minuten vor dem Ende konnte der FC Zürich noch auf einen Punktgewinn hoffen, doch mit dem 4:1 durch Hilton brach der Widerstand des Schweizer Meisters. Es war der dritte Treffer der Franzosen, der nach einem Freistoss gefallen war. «Nach dem 4:1 haben wir aufgehört zu spielen, da waren wir mit den Kräften am Ende», gab FCZ-Coach Bernard Challandes nach der Partie zu.
Missglückte FCZ-Startphase
Die Partie begann bereits äusserst unglücklich für den FCZ: Bereits nach 3 Minuten brachte Silvan Aegerter die Zürcher mit einem Eigentor in Rückstand. Er spedierte den Ball nach einem Freistoss per Kopf ins eigene Netz. Nur Sekunden später verletzte sich Johan Vonlanthen ohne gegnerische Einwirkung am Oberschenkel. Der Nati-Stürmer musste in der 9. Minute ausgewechselt werden, für ihn kam der junge Admir Mehmedi.
In der 11. Minute erhöhte Fabrice Abriel mit einem Freistoss auf 2:0. Der Treffer zählte, obwohl drei Marseille-Spieler im Offside standen. Diese berührten zwar den Ball nicht, irritierten aber FCZ-Keeper Johnny Leoni. «Der Anfang der Partie war eine Katastrophe», ereiferte sich Challandes, «beide Tore hätten niemals zählen dürfen.»
Alphonse brachte Hoffnung zurück
In der Folge steigerte sich der FC Zürich leicht: Mit dem ersten Angriff gelang Alexandre Alphonse der Anschlusstreffer (31.) mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze. In der Defensive zeigte der FCZ allerdings weiterhin Unsicherheiten. Die Zürcher hatten Glück, dass Marseille-Stürmer Souleymane Diawara kurz nach dem 2:1 mit seinem Abschlussversuch am gut reagierenden Leoni scheiterte.
Marseille-Gala in Schlussphase
Nach dem Seitenwechsel startete der FCZ mutig. Doch Marseille-Ligatopskorer Mahmadou Niang konnte in der 51. Minute auf 3:1 erhöhen. Florian Stahel kam gegen den Senegalesen einen Schritt zu spät. Der FC Zürich hatte im Anschluss noch zwei gute Chancen, um zum Anschlusstreffer zu gelangen. Dusan Djuric umspielte Marseille-Keeper Steve Mandanda (65.), wurde jedoch im letzten Moment mit einer foulwürdigen Intervention am Torschuss gehindert. Nach 77 Minuten prüfte Hannu Tihinen mit einem Brust-Ablenker Mandanda erneut.
Doch das 4:1 durch Hilton (80.) beendete alle Zürcher Hoffnungen. Für den optischen Höhepunkt der Partie sorgte Benoit Cheyrou in der 87. Minute: Der Franzose traf aus rund 25 Metern wunderschön ins Lattenkreuz. Doch damit noch nicht genug: Brandão machte in der 89. Minute die Demütigung für den FC Zürich mit dem 6:1 perfekt.
«Solches Resultat ist selten»
«Ich gratuliere Marseille. Sie haben gut gespielt, waren sehr aggressiv», lobte Challandes den Gegner. Sein Gegenüber Didier Deschamps sagte: «In der zweiten Halbzeit profitierten wir davon, dass Zürich die Räume öffnete. Wir haben ein gutes Resultat erzielt, ein solcher Sieg ist in der Champions League selten.»
(jäg/rst)







