Der neue FIA-Präsident Jean Todt.(© keystone)

Der neue FIA-Präsident Jean Todt.

Der Ausgang der Wahl, zu der Vertreter der 221 nationalen Automobilklubs zugelassen waren, entspricht den Erwartungen. Todt war als Favorit ins Rennen um das höchste Amt im Motorsport gestiegen und setzte sich schliesslich auch klar gegen Vatanen durch. 135 Stimmen entfielen auf den 63-Jährigen, sein finnischer Konkurrent erhielt nur 49 Voten. Dazu gab es 12 Enthaltungen oder ungültige Stimmen.

Der einstige Teamchef von Ferrari und langjährige Wegbegleiter von Michael Schumacher hatte mit Mosley und Formel-1-Promotor Bernie Ecclestone die namhaftesten Fürsprecher.

Todt will Mosleys Weg weitergehen

Todt hatte sich im Vorfeld der Wahl denn auch dahin gehend geäussert, den vom umstrittenen Mosley eingeschlagenen Weg «in den Grundzügen» weitergehen zu wollen. Vatanen dagegen wäre als Präsident für einen Kurswechsel gestanden. Der Finne wurde unter anderem von der Vereinigung der Formel-1-Teams FOTA und der Gewerkschaft der Formel-1-Fahrer GPDA unterstützt.

Doch Todt versprach: «Wir wollen die Formel 1 so weiterentwickeln, dass alle Beteiligten profitieren, nämlich Fahrer, Teams und Fans.»

Schumacher zu fünf Titeln geführt

Mit der Wahl zum FIA-Präsidenten hat Todts «traumhafte Geschichte im Automobil-Rennsport» einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Sohn polnischer Einwanderer war schon vor seiner Zeit in Diensten von Ferrari von Erfolg zu Erfolg geeilt.

Als Teamchef war er an vier Rallye-WM-Titeln und an vier Triumphen bei Paris - Dakar beteiligt. Dazu gesellen sich zwei Siege beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Zu Ferrari stiess Todt 1993. Als Vorstehender der Sportabteilung brachte er das über Gebühr lange «lahmende Pferdchen» wieder auf Trab und schuf so die Basis zu Michael Schumachers fünf WM-Titeln.

Aus Freunden wurden Rivalen

Im Zuge des Wahlkampfs waren aus Todt und Vatanen, die in den Achtzigerjahren in der Rallye-Abteilung von Peugeot zusammengearbeitet hatten, erbitterte Rivalen geworden. Dazu hatte auch Mosley seinen Teil beigetragen mit dem Aufruf, im Kampf um seine Nachfolge Todt zu unterstützen.

Ende von Mosleys Regentschaft

Für Mosley endet eine fast 20 Jahre dauernde Regentschaft. Der Brite hatte 1991 das Präsidentenamt bei der FISA übernommen. Zwei Jahre später, nach der Auflösung der FISA, trat er die gleiche Aufgabe bei der FIA an.

Vor einem Jahr war der heute 67-Jährige wegen einer Sex-Affäre in die Schlagzeilen geraten, überstand eine Vertrauensabstimmung der Delegierten der Landesverbände aber schadlos. Noch mehr Konfliktpotenzial beschwor Mosley mit seiner Vorgehensweise bei Reglementsänderungen für die Formel 1 hervor. Seine Alleingänge stiessen bei den Teams meist auf wenig Gegenliebe.