Massa bleibt der König von Istanbul
Massa bleibt der König von Istanbul
Grosser Jubel bei Felipe Massa (Getty)

Zum dritten Mal in Folge gewann Felipe Massa von der Pole-Position aus den Grand Prix der Türkei. Der Ferrari-Pilot siegte vor Lewis Hamilton, Teamkollege Kimi Räikkönen und dem BMW-Sauber-Duo Robert Kubica/Nick Heidfeld.

"Ich könnte hier wohl den Pass beantragen", sagte Massa, nachdem er den Hattrick im Istanbul Park geschafft hatte. Massa hat drei seiner mittlerweile sieben GP-Siege in der Türkei errungen. Drei oder mehr Triumphe in Folge auf der gleichen Strecke haben vor Massa nur Weltmeister geschafft.

Hamilton mit wenig Benzin

Massa wurde das Leben nicht leicht gemacht. Lewis Hamilton setzte ihn von der ersten Runde an unter Druck. Bald einmal stellte sich aber heraus, dass der Brite mit einer Drei-Stopp-Strategie unterwegs war und so schnell fuhr, weil sich nur wenig Benzin im Tank seines McLaren-Mercedes befand. Bedenken wegen der Reifen hatten das Team zur ungewöhnlichen Strategie veranlasst. Hätte Hamilton im Qualifying mit seinem leichten Auto die Pole-Position herausgefahren, wäre der zweite Saisonsieg möglich gewesen. Wenigstens holte er am Sonntag das Optimum heraus. Hamilton sprach sogar vom besten Rennen seiner Karriere.

Kimi Räikkönen konnte das nicht von sich behaupten. Einerseits bevorzugte Ferrari als einziges Team neben Toyota die weicheren Reifen und lag mit dieser Wahl falsch. Andererseits musste Räikkönen nach einem Rencontre mit Landsmann Heikki Kovalainen beim Start Robert Kubica und Fernando Alonso vorbeiziehen lassen. Im Nahkampf war sein Frontflügel leicht beschädigt worden, was Räikkönen allerdings nicht daran hinderte, später die schnellste Rennrunde hinzulegen. Für Kovalainen hatte die Kollision weit gravierendere Folgen. Der zweite McLaren-Fahrer erlitt einen Reifenschaden, musste an die Box und sich anschliessend ganz am Ende des Feldes einreihen. Am Samstag, nur 13 Tage nach seinem Unfall in Spanien, hatte sich Kovalainen erstmals für die erste Startreihe qualifiziert. Am Ende stand er mit leeren Händen da (12. Platz).

Neun Punkte für BMW-Sauber

Das BMW-Sauber-Team machte aus der ungünstigen Ausgangslage mit den Startplätzen 5 für Kubica und 9 für Heidfeld das Beste. Nachdem Kubica vom Gerangel der beiden Finnen profitiert und zwei Positionen gutgemacht hatte, konnte Räikkönen im Zuge der ersten Boxenstopps am Polen vorbeiziehen. "Ich war langsamer als die ersten drei, aber schneller als der Rest des Feldes", schätzte Kubica die Stärkeverhältnisse richtig ein. Nachdem ihm das Qualifying am 31. Geburtstag missraten war, konnte Heidfeld wenigstens mit dem Rennen zufrieden sein. "Das ist das Ergebnis, das ich mir von diesem Startplatz aus erhofft hatte." Jarno Trulli schnappte sich Heidfeld beim Start, Fernando Alonso und Mark Webber überholte er, weil er mit mehr Benzin losgefahren war.

Hinter Kubica und Heidfeld bestätigte Alonso mit Rang 6 den Aufwärtstrend von Renault. Punkte gab es auch für Webber im Red Bull-Renault und Nico Rosberg im Williams-Toyota. Das Werksteam von Toyota ging dagegen leer aus. Für Giancarlo Fisichella lief an seinem 199. Grand-Prix-Wochenende alles schief. Weil er am Freitag zu früh aus der Boxengasse gefahren war, wurde der Italiener auf den letzten Startplatz versetzt. Im Rennen kollidierte Fisichella schon nach wenigen Metern mit Kazuki Nakajima, womit der Arbeitstag für beide zu Ende war.

von Philipp Bärtsch