
In dem seit Monaten schwelenden Streit um die Formel-1-Zukunft ist offensichtlich Bewegung gekommen. Wie das Fachmagazin auto, motor und sport auf seiner Internetseite berichtete, trafen sich die Kontrahenten Bernie Ecclestone und Max Mosley Anfang der Woche in London. Bei dem Gespräch war demnach neben dem Formel-1-Chef und dem Präsidenten des Automobil- Weltverbandes FIA auch Donald MacKenzie, Chef des Formel-1-Rechteinhabers CVC, dabei.
Erste Zeichen der Entspannung
Auch die britische Tageszeitung Times meldete erste Zeichen der Entspannung zwischen den Parteien. "Das Ergebnis ist einfach - wir haben uns bewegt, um unsere Differenzen beizulegen", wurde Ecclestone in der "Times" zitiert. Damit ist auch endlich eine Einigung über das "Concorde Agreement" möglich. Bisher lehnt Mosley die Unterzeichnung der Vereinbarung, die die Zusammenarbeit der Teams, der FIA als Regelhüterin und Rechteinhaber CVC regelt, ab.
Der Streit schwelt seit Bekanntwerden des Sexskandals um Mosley Ende März. Unter anderem hatten Ecclestone und Automobil-Hersteller aus der Formel 1 den Rücktritt des FIA-Chefs gefordert. Mosley vermutet indes eine Verschwörung, um ihn aus dem Amt zu drängen. Er hat das Boulevardblatt News of the world verklagt und will die Hintermänner vor Gericht enttarnen.
Ecclestone hatte schon ein am Donnerstag veröffentlichtes Schreiben seines Landsmanns Mosley an die zehn Teams befürwortet. In dem Brief beklagte der FIA-Chef wieder einmal die hohen Kosten in der Formel 1. Er forderte von den Rennställen innerhalb der nächsten drei Monate Vorschläge dazu, wie die Ausgaben um 50 Prozent reduziert und der Benzinverbrauch um die Hälfte verringert werden könnten.
Mosley umwirbt die Teams
Zudem sollen sich die Teams Gedanken machen, wie die Königsklasse wieder attraktiver werden könne. Die Ideen will die FIA in ein neues Reglement einfliessen lassen. Ziel ist es, die finanzschwächeren Privat-Rennställe zu stützen.
In den Tagen zuvor hatte Mosley versucht, die Teams auf seine Seite zu ziehen und einen höheren Anteil aus den Formel-1-Einnahmen in Aussicht gestellt. Zugleich stellte er klar, dass die Rennställe sich bereits bis 31. Juli für die Saison 2009 anmelden sollten und nicht wie üblich vier Monate später. Damit will der Brite die Gefahr einer "Piratenserie" abwenden. Zudem kündigte er das Comeback der Formel 2 an. Die Low-Budget-Serie soll als Formel-1-Nachwuchsklasse der GP2-Serie von Ecclestone und CVC Konkurrenz machen.
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