
Felipe Massa hat am ersten Trainingstag für den Grand Prix von Grossbritannien die grösste Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Am Morgen fuhr der WM-Leader absolute Bestzeit und sorgte mit einem Unfall für eine Schrecksekunde.
Massa geriet in der rechtwinkligen Stowe-Kurve mit dem Ferrari nach einem Dreher von der Strecke und prallte mit grosser Wucht rückwärts in den Reifenstapel. Dem Brasilianer, der dem stark demolierten roten Auto unverletzt entstieg, wurde die Ölspur zum Verhängnis, die Fernando Alonso nach einem Motorschaden am Renault kurz zuvor hinterlassen hatte. Zur Reinigung des Kurses musste das Training für knapp 20 Minuten unterbrochen werden.
Dank einer Sonderschicht der Ferrari-Mechaniker, die das Auto mit der Nummer 2 über die Mittagszeit im Eiltempo wieder flott machten, hielt sich Massas Zwangspause zeitlich in Grenzen; am Nachmittag konnte der Pechvogel nach 45 Minuten wieder ins Geschehen eingreifen.
BMW-Sauber ordnete der Vorbereitung fürs Rennen ein weiteres Mal alles unter. Robert Kubica belegte vorerst gleichwohl Platz 5. In der zweiten Session reichte es zu Rang 11. Nick Heidfeld ist in beiden Klassementen auf Position 13 zu finden. Am Ende des Tages stellten beide die Balance der Autos als gravierendsten Mangel fest. Auch bei der Ursachenforschung waren sich der Pole und der Deutsche einig. "Das hängt wohl mit den wechselnden Windverhältnissen zusammen", berichteten Kubica und Heidfeld unabhängig voneinander. Die äusseren Bedingungen könnten auch im heutigen Qualifying und im Rennen zum Faktor werden; für beide Tage wird Regen vorausgesagt.
Schnellster im zweiten Training war Heikki Kovalainen mit dem McLaren-Mercedes. Der Finne, der in der ersten Session mit lediglich 12 Tausendsteln Rückstand auf Massa Zweiter war, setzte am Nachmittag eine Marke, an die keiner der Konkurrenten auch nur annähernd herankam -- auch deshalb, weil es viele Fahrer während der zweiten 90 Minuten BMW-Sauber gleich taten und sich mit Blick auf den Sonntag praktisch uneingeschränkt auf Abstimmungsarbeiten konzentrierten. Zu diesen Piloten gehörte Kimi Räikkönen. Der Titelhalter, am Morgen Vierter, schien in der zweiten Rangliste nur an 12. Stelle auf.
Kovalainens erster Verfolger war Mark Webber im Red Bull vor Lewis Hamilton im anderen "Silberpfeil". Der Hoffnungsträger der einheimischen Zuschauer war schon am Morgen Dritter gewesen. Unüblich weit vorne reihten sich auch der Ende Saison abtretende David Coulthard (4.), Nico Rosberg (5.), Sebastian Vettel (6.) und Jenson Button (7.) ein.
An der gleichen Stelle und auf praktisch identische Weise wie für Massa endete am Nachmittag das Training für Jarno Trulli. Der Italiener, zuletzt überraschender Dritter in Magny-Cours, drehte sich von der Piste und schlug mit dem Toyota ebenfalls rücklings in der Streckenbegrenzung ein, nachdem sich am rotweissen Auto der Heckflügel gelöst hatte.
von David Bernold, Silverstone
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