Heidfeld erneut im Qualifying-Tief
Heidfeld erneut im Qualifying-Tief
Nick Heidfeld war frustriert (imago)

Das schon überwunden geglaubte Qualifikationsdilemma hat Formel-1-Pilot Nick Heidfeld wieder eingeholt. Nur wenige Tage nach der Verlängerung seines Vertrags bei BMW-Sauber scheiterte der Mönchengladbacher schon im ersten Abschnitt des Zeittrainings und kam so nicht über Startplatz 16 für den Grossen Preis von Japan hinaus. "Richtig schnell sahen wir nicht aus", meinte Heidfeld, die Enttäuschung sei gross.

Grund für das schwache Abschneiden sei die Entscheidung für harte Reifen gewesen, während die meisten anderen Teams auf weiche Pneus zu Beginn der Qualifikation setzten.

"Das hat mich leider über die Klippe springen lassen. Es war halt nicht genug", gab der 31-Jährige zu. "Das Qualifying ist für uns nicht nach Wunsch gelaufen", konstatierte auch sein Chef, BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Kubica kriegt die Kurve

Während es der WM-Dritte Robert Kubica aus Polen im zweiten BMW- Sauber mit Ach und Krach in den zweiten Durchgang auf den harten Walzen schaffte und letztlich bis auf Rang sechs vorfuhr, blieb Heidfeld auf der Strecke. Er verpasste damit bereits zum fünften Mal in dieser Saison die Start-Top-10.

"Natürlich wird es von so weit hinten extrem schwierig, im Rennen irgendwas zu erreichen", meinte Heidfeld, der vor dem Japan-Rennen 147 Grand-Prix-Starts absolvierte. Gewinnen konnte er davon keinen.

Der grösste Kritikpunkt in den Verhandlungen mit BMW-Sauber über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit für 2009, wenn das Team um den WM-Titel fahren will, waren pikanterweise Heidfelds bisherige Leistungen im Qualifying. Dies hatte er am Fusse des Fuji selbst zugegeben.

Erleichterung schnell verflogen

"Darüber bin ich hinweg", hatte Heidfeld zwei Tage vor seinem 16. Rang aber auch gesagt. Danach stand fest: Im 16. Duell zog er zum 13. Mal gegen Kollege Kubica den Kürzeren. Von der Erleichterung, die er nach dem entscheidenden Anruf durch Theissen in der vergangenen Woche verspürt hatte, dürfte erst einmal wenig übrig geblieben sein.

Die Chancen auf eine vordere Platzierung, durch die sich Heidfeld möglicherweise auch in der WM-Wertung noch verbessern könnte, sanken mit dem Auftritt. Zumal der mit einem Punkt im Klassement vor ihm auf Rang vier liegende Titelverteidiger Kimi Räikkönen (57) im Ferrari den Sprung in die erste Startreihe neben Pole-Mann Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes schaffte. "Aber wir haben gesehen, dass in der Formel 1 alles Mögliche passieren kann, und ich werde niemals aufgeben", kündigte Heidfeld an.

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