
Der polnische Regierungschef Donald Tusk ist zuversichtlich, dass sein Land als Mit-Ausrichter die Vorbereitungen für die Fussball-Europameisterschaft 2012 rechtzeitig und erfolgreich abschliessen wird. Polen sei "voll im Zeitplan", sagte Tusk nach einem Treffen mit UEFA-Chef Michel Platini in Warschau.
Für die erfolgreiche Ausrichtung der EURO, bei der in vier Jahren Polen gemeinsam mit der Ukraine Gastgeber sein soll, seien Stadien nötig. Besondere Aufmerksamkeit müsse dem Bau des Nationalstadions in Warschau gewidmet werden. Die polnische Seite garantiere die Durchführung dieser Investitionen, versicherte Tusk.
Neuvergabe nicht mehr ausgeschlossen
Platini leitet eine Inspektions-Delegation der Europäischen Fussball-Union (UEFA), die den Stand der Vorbereitungen in Polen und der Ukraine untersuchen soll. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Kritik wegen schleppender Vorbereitungen in beiden Ländern gegeben. Am vergangenen Samstag hatte Platini deshalb erstmals eine mögliche Neuvergabe der EURO 2012 nicht mehr ausgeschlossen.
Polen habe noch sehr viel zu tun, gab Tusk vor Journalisten zu. Er verwies auf fehlende Infrastruktur, unter anderem Flughäfen und Hotels. "Ich habe dem (UEFA)-Vorsitzenden versichert, dass wir es schaffen werden", sagte Polens Ministerpräsident weiter. Nach seinen Angaben bezeichnete Platini, der sich vor der Presse nicht äussern wollte, Polen als einen "konkreten und glaubwürdigen Partner".
Weiterreise nach Kiew
Am (morgigen) Donnerstag reist Platini in die Ukraine weiter. Dort hat der bevorstehende Kontrollbesuch des UEFA-Präsidenten und seiner Delegation eine plötzliche Bautätigkeit ausgelöst. Nach monatelangem Stillstand begannen am Mittwoch Bauarbeiter in der Hauptstadt Kiew damit, den Abriss eines Einkaufszentrums im Rohbau neben dem Olympiastadion vorzubereiten. Vor einem Treffen mit Platini am Donnerstag versprach Staatspräsident Viktor Juschtschenko, dass die Ukraine alle Verpflichtungen rechtzeitig erfüllen werde.
Die UEFA hatte seit Monaten gefordert, das Einkaufszentrum neben dem Stadion zu entfernen, da anderenfalls Notausgänge aus dem Stadion blockiert würden. Gerichtsprozesse mit den Eigentümern verzögerten den Arbeitsbeginn. In Kiew soll das Finale der EURO 2012 stattfinden.
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