
Der zweite Platz ist Werder Bremen nicht genug - Thomas Schaaf schickte beim offiziellen Trainingsauftakt schon einmal eine Kampfansage an den FC Bayern. "Wenn es eine Nummer eins gibt, dann will man die auch erreichen", sagte der Werder-Trainer. Auch wenn es schwer wird: "Die Bayern sind das Mass aller Dinge. Es kommen aber auch andere Teams hinzu."
Braungebrannt und gut gelaunt bat der kurz zuvor vom Urlaub aus Australien zurückgekehrte Schaaf seine Profis zum obligatorischen Laktattest. Von den 27 Profis, die derzeit im Werder-Aufgebot stehen, fehlten bei schweisstreibenden Temperaturen unter anderem die EM-Teilnehmer Torsten Frings, Clemens Fritz, Per Mertesacker, Sebastian Prödl, Martin Harnik, Markus Rosenberg, Hugo Almeida und der Brasilianer Diego.
Noch eine Offensivposition vakant
Die sportliche Leitung hat bisher erst drei neue Spieler (Prödl, Niklas Andersen, Said Huseinovic) verpflichtet. Dem stehen fünf Abgänge gegenüber, darunter Nationalspieler Tim Borowski (Bayern München) und Stürmer Ivan Klasnic, der mit Real Mallorca in Verbindung gebracht wird. Der 28-Jährige sei nach Spanien gereist, um über den Transfer zu verhandeln, berichteten spanische Medien "Unser Kader steht weitgehend, wir machen aber keinen Hehl daraus, dass wir noch einen Offensivspieler suchen", sagte Allofs.
Ein "Kracher" wie Lukas Podolski, der auf der Wunschliste des Champions League-Teilnehmers steht, muss es nicht unbedingt sein. "Wir haben uns stets bemüht, nicht für die Galerie, sondern für die Mannschaft zu kaufen. Das soll so bleiben", erklärte Allofs. "Wir wollen gute Spieler. Wenn es ein grosser Name ist, umso besser", fügte er hinzu.
Trainer Schaaf möchte auch in der neuen Saison an der Werder-Philosophie festhalten. "Wir wollen attraktiven Fussball bieten und die Fans und uns begeistern", sagte der Ex-Profi. Ein System mit einer Spitze, wie es bei der EM mehrere Mannschaften praktizierten, lehnt er ab: "Es kann nicht sein, dass ein Stürmer auf der linken Verteidigerposition spielen muss. Bis er wieder in der Spitze ist, ist es dunkel und das Flutlicht aus."
Entzugserscheinungen nach langem Urlaub
Die Werder-Profis freuten sich über das Wiedersehen mit den Kollegen. "So lange hatte ich noch nie Urlaub gehabt, und sonst sind wir ja jeden Tag zusammen", sagte Torwart Tim Wiese. Er sah wie Kapitän Frank Baumann die "Knochenarbeit" in den nächsten Wochen ganz locker. "Ich hoffe nur, dass wir in dieser Saison einen glücklicheren Start in die Vorbereitung hinlegen ohne das Verletzungspech des Vorjahres", erklärte Baumann.
Am 13./14. Juli stösst dann auch Diego zum Team. "Dann wollen wir mit ihm über Olympia sprechen", kündigte Manager Klaus Allofs an. Während Diego mit einer Teilnahme am olympischen Turnier in Peking liebäugelt, möchte der Geschäftsführer den Südamerikaner beim Bundesliga-Start auswärts in Bielefeld und zu Hause gegen Schalke 04 gerne dabei haben. "Nach unserer Auffassung gibt es keine klare Abstellungspflicht", sagte Allofs.
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