Basel siegt erneut dank Perovic-Geniestreich
Basel siegt erneut dank Perovic-Geniestreich
Augen zu und durch: Basels Derdiyok furchtlos gegen GC-Abwerhüne Smiljanic (EQ)

Der FC Basel steht nach zwei Spielen in der Axpo Super League mit einer weissen Weste da. Der Schweizer Meister bezwang bei seiner Saisonpremiere im St.-Jakob-Park dank eines Tores von Marko Perovic die Grasshoppers 1:0 (1:0).

Basel bei Standards hoch überlegen

Der Serbe traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem herrlichen Freistoss aus 24 Metern in die rechte hohe Ecke zum 1:0. Bereits beim Saisonauftakt am vergangenen Freitag gegen die Young Boys hatte Perovic aus ähnlicher Lage getroffen. Dank dem Geniestreich des Mittelfeldspielers, der nur wegen der kurzfstigen Erkrankung von Valentin Stocker (Übelkeit) von Beginn an spielen durfte, blieb das Team von Trainer Christian Gross auch im zehnten Heimspiel in Folge ohne Niederlage. Die letzte und einzige Heimniederlage in der letzten Saison kassierte der Double-Gewinner am 9. Dezember 2007 gegen Xamax.

Der Sieg der Basler war hochverdient. Zwar blieb im Angriffspiel des Schweizer Meisters noch vieles Stückwerk, doch letztlich erarbeitete sich das Heimteam dank seiner Stärke, den Standardsituationen, vor allem in der ersten Halbzeit ein klares Chancenplus. Und auch nach dem Seitenwechsel verzeichnete der neue Leader die gefährlicheren Szenen in der Offensive. Der FCB stand dem 2:0 jedenfalls näher als die Zürcher dem Ausgleich. Zum einen parierte Eldin Jakupovic die Schüsse von Eren Derdiyok (50./51.) und Ivan Ergic (82.) mit starken Reflexen, zum andern verfehlten der Argentinier David Abraham (69.) und Ergic (77.) nach Cornern von der linken Seite mit dem Kopf das Ziel nur knapp.

''Nicht in der Lage, zu klaren Chancen zu kommen''

Erst in der Schlussphase kamen die Grasshoppers nochmals ein wenig auf. In der 86. Minute fing der glänzend herauseilende FCB-Torhüter Franco Costanzo aber einen Steilpass vor dem heranstürmenden Demba Touré (86.) ab. Es war die einzige nennenswerte Offensivaktion der Zürcher im zweiten Durchgang.

"Wir waren nicht in der Lage, zu klaren Chancen zu kommen", analysierte GC-Trainer Hanspeter Latour die Leistung seines Teams treffend. Zwar seien sie gut in Spiel gekommen, doch letztlich hätte die Basler Stärke bei Standardsituationen gegen sie entschieden. "Dort wiesen wir ein klares Defizit auf", so Latour. FCB-Trainer Christian Gross freute vor allem die Leistungssteigerung seiner Mannschaft nach dem verpatzten Start. "Wir waren zu Beginn sehr nervös", so der Zürcher in Basler Diensten, "doch wir haben das Tor gesucht -- und letztlich auch gefunden."

Aus drei Metern Enfernung: Ergic traf nur den Pfosten

Mitte der ersten Halbzeit bot sich dem Meister gleich dreimal innerhalb von knapp drei Minuten nach einem stehenden Ball die Chance zum Führungstreffer. Zuerst rettete Jakupovic gegen den Nachschuss von Frei glänzend, nachdem er bereits den gefährlichen Aufsetzer von Huggel pariert hatte (23.). Der anschliessende Corner von Jürgen Gjasula landete via Abraham und der Schulter von Vero Salatic an der Querlatte. Und nur zwei Zeigerumdrehungen später bewahrte das Aluminium die Zürcher erneut vor dem Rückstand. Ergic traf nach einem Einwurf von Behrang Safari und der Kopfballverlängerung von Derdiyok aus drei Metern nur den Pfosten; Jakupovic war dabei mit den Fingerspitzen noch am Ball.

Lulic als bester GC-Akteur

Trotz der Niederlage und den wenigen Offensivaktionen zeigten die Grasshoppers bei ihrer Saisonpremiere aber eine solide Leistung. Sie boten dem Favoriten über weite Strecken Paroli und zeigten, vor allem in der Startphase, die gefälligeren Kombinationen. Auffälligster Akteur der Zürcher war Senad Lulic, der in der Sommerpause von Aufsteiger Bellinzona zu den Hoppers gewechselt war. Der gebürtige Bosnier sorgte auf der linken Seite für viel Schwung und brachte Basels Verteidiger Reto Zanni immer wieder in Verlegenheit. Lulic war auch der einzige Zürcher, der mit seinem Schuss in der 17. Minute in der ersten Halbzeit FCB-Captain Costanzo prüfen konnte.

FCB-Neuzugänge Safari und Rubio überzeugten

Beim FC Basel, bei dem gegenüber dem Auftaktspiel am letzten Freitag in Bern Huggel, Safari und Perovic in die Startformation gerückt waren, überzeugte vor allem Safari auf der linken Abwehrseite. Der schwedische Neueinkauf zeigte einige herrliche Rushes im linken Couloir und deutete an, dass er spielerisch eine Verstärkung für die Basler werden könnte.

Ebenfalls zu seinem Debüt im Basler Dress kam der Chilene Eduardo Rubio, der erst vor wenigen Tagen von Colo Colo verpflichtet worden war. Nach langer Verletzungspause feierte Scott Chipperfield sein Comeback. Der australische Internationale, der wegen eines Risses der Sehnenplatte am Fuss sein letztes Spiel am 9. Februar bestritten hatte, wurde in der 64. Minute bei seiner Einwechslung für Torschütze Perovic vom Basler Publikum frenetisch gefeiert.

Von Christian Finkbeiner

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