Lehmann: Jogi, ich höre auf
Lehmann: Jogi, ich höre auf
Jens Lehmann hört auf (imago)

40 Tage lang hat sich Jens Lehmann nach dem verlorenen EM-Finale Zeit gelassen, über seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nachzudenken. Jetzt hat der Keeper nach einem Gespräch mit Jogi Löw und Andreas Köpke einen Schlussstrich über seine internationale Karriere gezogen.

"Ich konnte dem Bundestrainer keine Garantie mehr geben, dass ich über das eine Jahr hinaus, für das ich beim VfB Stuttgart einen Vertrag habe, noch Fussball spielen werde", begründete Lehmann seine Entscheidung, die von vielen bereits unmittelbar nach der 0:1-Niederlage im EM-Endspiel gegen Spanien erwartet worden war. "Insofern habe ich ihm und Andreas Köpke vorgeschlagen, dass sie für die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr mit mir planen", sagte Lehmann. "Wir haben in der Beurteilung der Situation absolut auf einer Wellenlänge gelegen. Ich habe mich bei Jens für grossartige Leistungen in der Nationalmannschaft bedankt", sagte Löw.

Löw lobt Lehmann

Der Bundestrainer hatte bei der EM an Lehmann als Nummer eins im deutschen Tor festgehalten, obwohl der 61-fache Nationalspieler bei seinem damaligen Club FC Arsenal in London nur noch auf der Bank sass. "Er hat viel für den deutschen Fussball geleistet und war für mich stets ein wichtiger Ansprechpartner. Beeindruckt haben mich in unserer vierjährigen Zusammenarbeit bei der Nationalmannschaft vor allem die Führungsqualitäten von Jens", meinte Löw.

Dessen Vorgänger im Amt des Bundestrainers, Jürgen Klinsmann, hatte den gebürtigen Essener vor der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 zur Nummer eins gemacht und damit den langjährigen Stammtorhüter Oliver Kahn degradiert. Bei der WM hatte Lehmann als sicherer Rückhalt grossen Anteil am erfolgreichen Abschneiden mit Platz drei. Vor allem im Viertelfinale gegen Argentinien bewahrte der frühere Schalker das DFB-Team im Elfmeterschiessen mit zwei parierten Schüssen vor dem Aus. "Sicher wird unser Erfolg bei der WM 2006 dank des Elfmeterschiessens gegen Argentinien immer eng mit seinem Namen verbunden bleiben", meinte Löw.

Wer wird die neue Nummer eins?

Damit ist der Kampf um die neue Nummer eins im deutschen Tor endgültig eröffnet. Löw hatte bereits vor einer Woche erklärt, dass er sich im Falle von Lehmanns Rücktritt vorerst auf keine feste Hierarchie im DFB-Team festlegen wolle. Neben dem Hannoveraner Robert Enke und René Adler (Bayer Leverkusen), die bereits bei der EM im Kader standen, macht sich auch der derzeit verletzte Manuel Neuer vom FC Schalke 04 Hoffnungen auf den Platz zwischen den Pfosten.

Selbst eine Rückkehr des vor der Europameisterschaft ausgebooteten Timo Hildebrand schloss der Bundestrainer nicht aus. Löw wird am Dienstag seinen Kader für das erste Länderspiel nach der EM in Nürnberg gegen Belgien bekannt geben.

Werbung

Live-Ticker

Fussball: Premier League
Liverpool - West Ham
Fussball: Challenge League
St. Gallen - Lugano