
Der FC Barcelona hat an einem rauschenden Fussballabend Atletico Madrid nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Mit 6:1 schickte Barca am sechsten Spieltag der Primera Division den hoch eingeschätzten Rivalen aus der Hauptstadt auf die Heimreise.
Die Madrilenen hatten sich nach dem Anpfiff noch gar nicht richtig sortiert, da lagen sie schon zurück. Xavi hatte eine Ecke auf den kurzen Pfosten geschlagen und Rafael Marquez wuchtete das Leder zum 1:0 in die Maschen (3.). Es war der Auftakt zu einer turbulenten halben Stunde, die die Fans in Camp Nou von den Sitzen riss und den Spielern von Atletico wohl eine schlaflose Nacht bereitet hat.
Unglaubliche 30 Minuten
Während die Madrilenen ob des frühen Gegentreffers völlig neben sich standen, spielte sich Barca förmlich in einen Rausch. Angriff um Angriff rollte in Richtung Atletico-Tor und der bemitleidenswerte Torwart Gregory Coupet musste ständig den Ball aus dem Netz fischen.
Doch der Reihe nach: In der fünften Minute zündete Lionel Messi seinen Turbo und drang in den Strafraum ein. Tomas Ujfalusi konnte den Argentinier nur mit einem Foul stoppen, sodass Schiedsrichter Gonzalez keine andere Wahl hatte, als auf den Punkt zu zeigen. Samuel Eto'o verwandelte sicher zum 2:0 (6.).
Messi ins leere Tor
Kurios ging es in der neunten Minute weiter. Barca bekam einen Freistoss in Nähe der Strafraumgrenze zugesprochen. Messi legte sich die Kugel zurecht und wartete auf die Freigabe des Schiedsrichters. Die kam auch prompt, doch ausser Messi schien das niemand mitbekommen zu haben.
Die Atletico-Spieler sammelten sich noch, um eine Mauer zu bilden, Torwart Coupet lehnte am Pfosten, um diese zu justieren. Messi kümmerte sich um all das nicht und lupfte den Ball ins leere Tor zum 3:0. Alle Proteste der Madrilenen halfen nicht, der Treffer wurde gegeben.
In der atemberaubenden Anfangsphase war jedoch auch Barcelona nicht frei von Fehlern. So landete nach einer Unachtsamkeit der Deckung der Ball bei Maxi Rodriguez und der Argentinier hämmerte diesen aus der Distanz zum 1:3 ins Netz (13.). Dem Offensivdrang der Hausherren schadete dieses Gegentor nicht. Der Ball rollte weiter nur in eine Richtung.
Ujfalusi überfordert
In der 18. Minute hatte Ujfalusi seinen Gegenspieler Eto'o bei einem Steilpass zunächst aus den Augen verloren und als der Tscheche den Torjäger dann doch zum Zweikampf im Strafraum stellen wollte, wurde er vom Kameruner ausgetanzt. Eto'o vollendete unhaltbar für Coupet zum 4:1. Bis zum nächsten Tor mussten die Zuschauer lange zehn Minuten warten.
Dieses mal spielte Andres Iniesta Ujjalusi schwindelig und schoss den Ball an den Pfosten. Der Abpraller landete bei Eidur Gudjohnsen, der zum 5:1 abstaubte. Iniesta scheiterte wenig später ein weiteres Mal am Pfosten und Messi vergab vor der Pause ebenfalls noch eine Grosschance. So ging es beim Stand von 5:1 in die Kabinen.
Thierry setzt den Schlusspunkt
Es war klar, dass es im zweiten Durchgang nicht so weitergehen konnte. Atletico-Trainer Javier Aguirre hatte seine völlig verunsicherte Mannschaft noch einmal eingeschworen und Barca schaltete seinerseits ein paar Gänge zurück.
Dennoch dominierten die Katalanen auch in der zweiten Hälfte und hatten durch Eto'o und Gudjohnsen weitere Grosschancen. Der einzige Treffer gelang jedoch Thierry Henry, der nach einer tollen Kombination über Xavi und Bojan mit einem strammen Schuss den Schlusspunkt setzte.
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