
Ein Traumtor von Rückkehrer Reto Ziegler hat der Schweiz einen schönen Jahresabschluss beschert. Dank des Weitschusses des Sampdoria-Söldners in der 84. Minute schlug sie im Test in St. Gallen die zähen Finnen 1:0.
Als die vielen Wechsel den Spielfluss hemmten, das Niveau des Tests sank und zusammenhängende Aktionen selten wurden, kam es in der AFG-Arena doch noch zum späten Höhepunkt. Nachdem ein Freistoss von Hakan Yakin von der finnischen Mauer abgewehrt worden war, hämmerte Reto Ziegler den Ball aus halblinker Position aus rund 25 Metern unter die Latte.
Der linke Aussenverteidiger verdiente sich diesen Treffer. Er zeigte bei seiner Rückkehr in die Nati nach einem Jahr und in seinem erst fünften Länderspiel eine gute Leistung. Er harmonierte vor allem in der ersten Halbzeit mit Tranquillo Barnetta auf der linken Seite hervorragend, war engagiert und schlug auch einige gefährliche stehende Bälle.
Das Siegestor fiel zu einem Zeitpunkt, als es niemand mehr erwartete. Denn die Schweiz hatte ihre besten Momente vor der Pause zwischen der 15. und 35. Minute, als insbesondere Tranquillo Barnetta auf der linken Seite die finnische Defensive wiederholt in Verlegenheit brachte. Einmal entwischte der Bundesliga-Professional nach geschicktem Steilpass von Gökhan Inler, scheiterte aus halblinker Position aber an Keeper Jääskeläinen (18.). Dann drang Barnetta nach einem gerissenen Doppelpass mit Blaise Nkufo in den Strafraum ein, seinen Rückpass konnte Alex Frei jedoch nicht zum Führungstor verwerten (27.).
In dieser Phase dominierten die Schweizer die Partie klar. Sie zeigten zügige Kombinationen, spielten direkt und unterhielten die Zuschauer auch ohne Torerfolg gut. Neben Ziegler war auch die Leistung von Blerim Dzemaili, des anderen Rückkehrers, genügend; in seiner eigenen Art stieg er unerschrocken in die Zweikämpfe, setzte vielen Bällen nach, ging allerdings zu wenig in den Abschluss. Eine schöne Flanke auf Eren Derdiyok in der 60. Minute war seine auffälligste Aktion in der Offensive.
Debütant Marco Wölfli erlebte einen ruhigen Abend. Die Finnen, die noch im September gegen Deutschland in der WM-Qualifikation drei Tore erzielt hatten, erwiesen sich im Sturm als überaus harmlos. Als der YB-Keeper jedoch einmal zur Tat schreiten musste, war er hellwach. In der 23. Minute stand Stürmer Tarvajärvi alleine vor ihm. Wölfli lief geschickt aus dem Tor und parierte den Schuss mit glänzendem Reflex. Und als es darum ging, den Sieg zu sichern, lenkte Wölfli einen Schuss von Eremenko glänzend in Corner (86.). Er zeigte bei seinem Debüt keine Schwächen.
Stimmen:
Reto Ziegler: "Habe vor meinem Tor spekuliert, dass der Ball zu mir kommt und traf ihn dann ideal vorne auf der Spitze. Für mich war wichtig, eine gute Leistung zu zeigen. Ich bin sehr glücklich, zeigen zu können, dass ich der Mannschaft auf der linken Seite etwas bringen kann. Nicht nur mit dem Tor. Der Trainer verlangte von mir, dass ich auch nach vorne etwas zeige. Das ist mir mit dem Tor sicher gelungen."
Marco Wölfli: "Es ist immer schön für einen Goalie, beim Debüt zu Null zu spielen. Es war nicht einfach, aber wir haben die Aufgabe dank dem Supertor von Reto Ziegler gut gemeistert. Defensiv standen wir sehr gut, das hat mir die Aufgabe im Tor auch erleichtert."
Schweiz - Finnland 1:0 (0:0).
AFG-Arena. -- 11 500 Zuschauer. -- SR Kulbakow (WRuss). -- Tor: 84. Ziegler 1:0.
Schweiz: Wölfli; Lichtsteiner (46. Eggimann), Djourou (78. Abdi), Grichting, Ziegler; Fernandes (46. Behrami), Dzemaili, Inler, Barnetta (46. Stocker); Frei (63. Hakan Yakin), Nkufo (46. Derdiyok).
Finnland: Jääskeläinen (46. Fredrikson); Lampi, Tihinen, Hyypiä, Moisander (72. Kallio); Hämäläinen (46. Roman Eremenko), Heikkinen, Tainio (90. Pohja), Kolkka (78. Porokara); Väyrynen (64. Litmanen), Tarvajärvi.
Bemerkungen: Schweiz ohne Spycher, Schwegler und Padalino (alle verletzt), Finnland ohne Pasanen und Forssell (beide verletzt). Ersatz bei der Schweiz: Benaglio, Magnin, Huggel. Länderspiel-Debüt von Marco Wölfli. Verwarnung: 12. Ziegler (Foul).
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