
Er hatte den Sieg vor Augen, doch im entscheidenden Moment blieb der Putter von Martin Kaymer kalt. So musste sich der Deutsche bei der Alfred Dunhill Links Championship erst im Stechen geschlagen geben und verpasste seinen dritten Saisonsieg auf der Tour nur ganz knapp.
Am ersten Extra-Loch auf dem Old Course im schottischen St. Andrews setzte sich der Schwede Robert Karlsson mit einem Birdie gegen den 23-jährigen Kaymer und den Engländer Ross Fisher durch. Nach vier Runden in St. Andrews, Carnoustie und Kingsbarns hatten die drei Spieler mit je 278 Schlägen bei dem mit fünf Millionen Dollar dotierten Wettbewerb gleichauf gelegen.
Dabei führte Kaymer noch bis zum 17. Grün, wo ihm der einzige Bogey des Tages unterlief. Sein Putt rollte nur knapp am Loch vorbei. Ähnlich ging es ihm auf der 18, als er die Chance zum Birdie und damit zum Sieg hatte, aber wiederum die Kugel nicht versenken konnte.
Kaymer trotzdem zufrieden
Auf dem ersten Extra-Loch lag Kaymer dann wiederum aussichtsreich auf dem Grün, doch wie zuvor liess ihn der Putter im Stich. Karlsson hingegen hatte keine Mühe, nach einer brillanten Annäherung den kurzen Putt zum Birdie zu lochen.
Der 39-Jährige mit Wohnsitz in Monaco feierte seinen neunten Titel und kassierte nur drei Wochen nach seinem Sieg in Köln-Pulheim 545.811 Euro. Für Kaymer, der noch im Januar in Abu Dhabi und im Juni bei der BMW International Open München als erster Deutscher den Titel gewann, blieben rund 260.000 Euro aus dem prall gefüllten Prämientopf.
Trotz des verpassten Sieges war Kaymer nicht allzu traurig. „Insgesamt war es eine richtig gute Woche für mich. Ich bin sehr zufrieden. Ich bin Zweiter geworden und war richtig nah dran am Sieg, das macht mich glücklich", analysierte er.
Als am Sonntag über dem traditionellen Old Course im Golf-Mekka von St. Andrews der Himmel aufging, schien sich auch bei Kaymer die Anspannung im Finale zu lösen. Zwar musste er im Sonnenschein zwischen den Dünen, tiefen Sandbunkern, welligen Fairways und Grüns bis zum sechsten Loch auf sein erstes von fünf Birdies warten.
Blitzstart von Karlsson
Aber damit war für ihn der Bann zu einer fehler- und fast bogey-freien Runde gebrochen. Karlsson waren bis zum siebten Loch schon vier Birdies gelungen und hatte damit den Drei-schläge-Rückstand auf Kaymer beim Runden-Start wettgemacht.
Der Schwede übernahm nach drei weiteren Birdies mit Fisher die Führung. Doch Kaymer kam Schlag um Schlag näher und schloss am 14. Grün zum Führungsduo auf. Als Fisher und Karlsson am letzten Grün ihre letzten Chancen zum möglichen Stechen auf elf unter Par vergaben, ging Kaymer auf die Überholspur.
Mit einer perfekten Annäherung am 16. Loch legte er den Ball "tot an die Fahne" und sicherte sich das Birdie zur alleinigen Führung mit elf unter Par.
Der Abschlag zum 17. Grün aber verfehlte die Spielbahn, der Annäherungsschlag misslang wie der Putt zum Par aus nur 150 Zentimetern ebenfalls. Karlsson und Fisher verfolgten beim Aufwärmen von der Übungswiese (Driving Range) aus die Zitterpartie, wie Kaymer ein Birdie-Putt auf der 18 danebenschob und stattdessen ins Stechen musste.
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