DHB-Auswahl spielt Remis gegen Island
DHB-Auswahl spielt Remis gegen Island
Michael Müller gehört die Zukunft in der Nationalmannschaft (dpa)

Wenige Wochen vor Beginn der Handball-WM versucht Bundestrainer Heiner Brand weiter konsequent die Nationalmannschaft zu verjüngen. Gegen Island gelang das Vorhaben nur bedingt, der umformierte Weltmeister verspielte beim 33:33 gegen Ende eine komfortable Führung.

Vor 7800 Zuschauern in der Arena Oberhausen überzeugte die junge deutsche Mannschaft mit Leidenschaft und Dynamik. Im 63. Vergleich mit Island waren beim EM-Vierten die Weltmeister Holger Glandorf (Nordhorn/9) und Lars Kaufmann (Lemgo/5) erfolgreichste Torschützen. Für die Isländer traf Gudjon Valur Sigurdsson vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen (8/2) am besten. In Koblenz findet noch ein weiterer Test zwischen den beiden Teams statt.

Brand auf Krücken

Bundestrainer Heiner Brand setzte auch im ersten der beiden Länderspiele gegen Island seinen Umbruch in der Nationalmannschaft konsequent fort. Im Aufgebot standen nur noch sechs Spieler, die bei den Olympischen Spielen in Peking enttäuscht hatten. Stattdessen setzte Brand, der nach seiner Hüftoperation zu Monatsbeginn auf Krücken in die Halle kam, auf die so genannte neue Generation um Junioren-Europameister Martin Strobel und Rückraum-Talent Michael Müller.

Der Spielmacher vom TBV Lemgo vertrat seinen Clubkollegen Michael Kraus, der wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel pausieren musste, unerwartet gut. Doch die ersten Akzente setzten zunächst die Weltmeister Glandorf und Kaufmann. Das athletische Rückraum-Duo warf bis zur 10:6-Führung (14.) sieben der deutschen Tore.

Ohne Routiniers geht es nicht

Den Vorsprung nutzte Brand für weitere Experimente. Nach und nach tauschte er seine Stammkräfte aus und gab den jungen Spielern die Chance, sich zu präsentieren. Schon nach 19 Minuten hatte der Bundestrainer den kompletten Rückraum ausgewechselt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase setzte das DHB-Team das druckvolle Spiel fort, musste dann aber mit zunehmender Spielzeit ihrer Unerfahrenheit Tribut zollen. Die erfahrenen Isländer, von denen neun ihr Geld bei deutschen Clubs verdienen, holten Tor um Tor auf und die deutsche Führung schmolz bis zur Pause auf 16:15.

Nach Wiederanpfiff geriet der neu formierte Weltmeister dann beim 19:20 (36.) erstmals ins Hintertreffen. Davon unbeeindruckt blieb die deutsche Mannschaft ihrer Linie treu und drehte das Resultat bis zum 24:21 (41.) wieder zu ihren Gunsten. Dabei zahlte sich die Rückkehr von Glandorf und Kaufmann aus, die aus der Distanz fast nach Belieben trafen. Doch am Ende reichte es trotz eines Vier-Tore-Vorsprungs (32:28/55.) nicht zum erhofften Sieg.

Deutschland - Island 33:33 (16:15)

Deutschland: Heinevetter (SC Magdeburg), Lichtlein (TBV Lemgo) - Kneer (TV Grosswallstadt) 1, Bechtloff (TBV Lemgo), Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (THW Kiel) 2/1, Müller (TV Grosswallstadt) 2, Strobel (TBV Lemgo) 2, Preiss (TBV Lemgo) 1, Tiedtke (TV Grosswallstadt) 1, Späth (FA Göppingen) 2, Glandorf (HSG Nordhorn) 9, Christophersen (HSG Wetzlar), Jansen (HSV Hamburg), Spatz (TV Grosswallstadt) 2, Schöne (FA Göppingen) 3, Kaufmann (TBV Lemgo) 5, Haass (GWD Minden) 3

Island: Gustavsson, Gudmundsson - Svavarsson 1, Geirsson 3, Fritzson, Sigurdsson 8/2, Holmgeirsson 2, Asgeirson, Jakobsson, Gunnarsson 5, Ingimundarsson, Oskarsson, Olafsson 3, Karason 4, Palmason 4, Sveinsson 3

Schiedsrichter: Cacador/Nicolau (Portugal) - Zuschauer: 7800 Strafminuten: 4 / 2

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