
Das 125-ccm-Rennen auf Phillip Island (Au) wird Dominique Aegerter, Bastien Chesaux und Randy Krummenacher in schlechter Erinnerung bleiben. Die drei Schweizer stürzten im drittletzten GP der Saison allesamt, einzig Krummenacher (21.) vermochte sich zu klassieren.
Freude herrschte dagegen bei Mike Di Meglio (Derbi). Der Franzose, der wie Aegerter für das Team des Finnen Aki Ajo fährt, sicherte sich mit seinem (überlegenen) vierten Saisonsieg auch gleich den WM-Titel. Weil mit Simone Corsi der härteste Konkurrent im Titelkampf in Australien nur Achter wurde, durfte Di Meglio schon vor den letzten zwei Saisonrennen jubeln.
Obwohl erst 20 Jahre alt, ist Di Meglio einer der erfahrensten Fahrer in der 125er-Klasse. Seit seinem Debüt im Frühling 2003 in Suzuka (Jap) bestritt er 88 weitere Grands Prix. "Ich kann es kaum fassen, dass ich bereits in Australien Weltmeister geworden bin. Es war ein unglaubliches Wochenende. Ich fühlte mich im Rennen wie in den Trainings sehr gut", sagte Di Meglio, der sich auch die Pole-Position gesichert hatte.
Nach Arnaud Vincent vor sechs Jahren ist Di Meglio erst der zweite Franzose, der in der 125er-Klasse den Titel holt. Noch immer lassen sich Frankreichs Motorrad-Weltmeister an einer Hand abzählen: Neben Di Meglio und Vincent schafften dies einzig noch die 250-ccm-Fahrer Olivier Jacque (2000), Christian Sarron (1984) und Jean-Louis Tournadre (1982).
[an error occurred while processing this directive]Aegerter und Krummenacher im Pech
Die Renngeschichte aus Schweizer Sicht ist schnell erzählt: Dominique Aegerter (aus eigenem Verschulden) und Randy Krummenacher (von zwei Konkurrenten abgedrängt) stürzten bereits in der ersten Runde, kurz nach Rennhälfte musste auch Bastien Chesaux nach einem Crash aufgeben.
"Ich bin gut gestartet, war Sechster und wollte unbedingt an der Spitze dranbleiben. Doch dann ist mir in einer Rechtskurve das Vorderrad eingeklappt und der Sturz war nicht mehr zu verhindern. Ich wollte hier wohl etwas zu viel", so Aegerter selbstkritisch.
Stunden nach dem Rennen klagte der Berner über Schmerzen "am ganzen Körper, doch glücklicherweise ist nichts gebrochen." Einzig ein Finger wurde etwas stärker in Mitleidenschaft gezogen. Ob eine Operation nötig ist, wird eine ärztliche Untersuchung nach Aegerters Rückkehr in die Schweiz zeigen.
Trotz Pech und einer weiteren Nullnummer fiel Krummenachers Fazit positiv aus: "Ich war schon an 12., 13. Stelle, als ich von der Piste gedrängt wurde. Nachdem an der Box die Schäden behoben waren, fuhr ich konstant gute Rundenzeiten. Doch mit zwei Runden Rückstand lag natürlich nichts mehr drin. Ohne den Zwischenfall hätte es aber zu WM-Punkten gereicht." Diese will der Zürcher KTM-Werkfahrer, der die nächsten Tage die Gold Coast bereist, nun beim nächsten GP in Malaysia (19. Oktober) gewinnen.
(Si)
