27 Schweizer am Start - Elf Medaillen als Minimalziel
27 Schweizer am Start - Elf Medaillen als Minimalziel
Urs Kolly hat zwei Goldmedaillen (Fünfkampf/Weitsprung) aus Athen zu verteidigen. (Getty)

9 Athletinnen und 18 Athleten vertreten die Schweiz vom 6. bis 17. September an den Paralympics in Peking. Die grössten Medaillenchancen rechnet sich die 51-köpfige Delegation in der Leichtathletik aus.

472 Medaillensätze (Olympische Spiele Peking: 302) in 20 Sportarten (28) werden an den Paralympics bei den Spielen der Sportler mit einer Sinnes- oder körperlichen Behinderung vergeben. 4000 Aktive (10 700) aus 144 Ländern (204) sind gemeldet. Die Schweiz ist mit 15 Leichtathleten, drei Bogenschützen, fünf Rad- bzw. Handbikern, einem Schützen, je drei Bogenschützen und Tennisspielern vertreten. Rollstuhl-Marathon-Weltrekordhalter Heinz Frei bestreitet als einziger Athlet Leichtathletik- (800m, 5000m, Marathon) und Handbike-Disziplinen (Zeitfahren, Strassenrennen).

Die Schweizer Delegation war in der Vergangenheit noch nie derart klein wie in Peking. In Sydney 2000 umfasste das Team 54 Athleten, in Athen 42, nun in Peking sind es 27. Die in Zusammenarbeit mit Swiss Olympic und den Verbänden ausgearbeiteten Leistungsanforderungen, fehlende Startplätze auf Stufe internationaler Verband IPC (u.a. Tischtennis) oder nicht qualifizierte Athleten (keine Reiter, einer statt sechs Schützen) beeinflussten die Anzahl. 2004 gewann die Schweiz mit 15 Sportlern mehr 16 Medaillen. Deshalb wurde das Ziel auf elf Podestplätze festgelegt, erklärte der erstmals als Chef de Mission tätige Ruedi Spitzli.

"Dauerwettkämpfer" Marcel Hug

Eine Hochrechnung ergibt acht Medaillen aus der Leichtathletik, eine im Schwimmen und zwei in den Rad-Disziplinen. Im Bogenschiessen, Schiessen und Tennis stehen Diplomränge im Vordergrund. Mit Urs Kolly (Gold im Fünfkampf/Weitsprung Athen 2004), Edith Hunkeler, die noch nie Paralympic-Siegerin war, Heinz Frei (12mal Gold), Franz Nietlispach (14mal Gold), Marcel Hug, Beat Bösch, Pia Schmid, Manuela Schär und Karin Suter-Ehrat (Tennis) gehören neun bisherige Paralympic-Medaillengewinner dem Aufgebot an.

Zum Kreis der Podestplatz-Kandidaten zählen zudem (Ausnahme 400m) die über die gleichen Strecken wie Edith Hunkeler startende Appenzellerin Sandra Graf (800 m, 1500m, 5000m, Marathon), die nach einem Trainingslager in Singapur angereiste blinde Schwimmerin Chantal Cavin (Weltrekordhalterin über 50 m Crawl) und der blinde Weitspringer Lukas Hendry (Bestleistung 6,03 m). Marcel Hug wird als einziger Schweizer Athlet vom 8. bis 17. September täglich im Einsatz stehen, nachdem der 10 000m-Weltmeister von 400 m bis zum Marathon alle Distanzen bestreitet.

Gastgeber in Favoritenrolle

Das Beispiel China illustriert die Entwicklung im Behindertensport: 1992 sicherten sich die Chinesen 25 Medaillen (Schweiz: 34). Vier Jahre später waren es 39 (21), in Sydney 73 (20) und in Athen 141 (16). Australien folgte mit genau 100 Auszeichnungen auf Rang 2, Grossbritannien (94) und die USA (88) dahinter.

Der Aufstieg erfolgte, obwohl über all die Jahre hinweg eine Reduktion der Disziplinen vorgenommen wurde und immer mehr Nationen den Sport professionell betreiben. 1988 sicherten sich 48 Mannschaften einen Podestplatz, 2004 deren 75. Das Organisationskomitee gab bekannt, alle Entscheidungen sämtlicher Sportarten seien bereits ausverkauft, es gebe keine Tickets mehr zu kaufen.

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