Schulterschluss gegen BMW Oracle
Schulterschluss gegen BMW Oracle
Um Team New Zealand mit ins Boot zu holen, muss die Alinghi bei einer Regatta in Auckland antreten. (getty images)

Neuer Appell an BMW Oracle Racing: Elf America's Cup-Teams haben im nicht enden wollenden Gerichtsstreit zwischen Verteidiger Alinghi und dem US-Segelrennstall einen offenen Brief an die Amerikaner gerichtet. Die Herausforderer bitten das Team von Software-Milliardär Larry Ellison, seine Klage gegen Alinghi fallen zu lassen und einem gemeinsamen Prozess zur Neuentwicklung des Reglements beizutreten.

Es fehlt eine klare rechtliche Grundlage

Der Gerichtsstreit um den Austragungsmodus der 33. Cup-Auflage lähmt die älteste Regatta der Welt seit dem 20. Juli 2007. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheit und des laufenden Berufungsverfahrens in letzter Instanz vor einem New Yorker Gericht kann die kommende Cup- Auflage nicht verlässlich geplant werden. Ein endgültiges Urteil erwarten die Streitparteien erst im kommenden Jahr.

Unter der Verzögerung leiden viele Mannschaften, die potenziellen Partnern keine Bühne bieten können und um ihr finanzielles Überleben kämpfen müssen. Dazu zählt auch das Team Germany. Jochen Schümann und der Hamburger Kaufmann Harm Müller-Spreer nahmen deshalb als Repräsentanten deutscher Cup-Ambitionen an einem Treffen von elf Cup-Teams in Genf statt.

Die Verzögerung gefällt den Sponsoren überhaupt nicht

Schümann unterzeichnete den Brief an BMW Oracle Racing ebenso wie zehn weitere Mannschaften, darunter so namhafte wie Desafío Español, Team New Zealand, die schwedische Victory Challenge, das südafrikanische Team Shosholoza und Alinghi selbst. "Wir brauchen endlich wieder Planungssicherheit", begründete der dreimalige Olympiasieger den Schulterschluss der Cup-Jäger.

Einen Gegner haben die Schweizer bereits gezähmt: Team New Zealand hat in der vergangenen Woche seine Klage auf Schadenersatz in Millionenhöhe gegen Alinghi fallen lassen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Schweizer, Anfang Februar 2009 an einer neuen Regatta für Cup-Yachten vor Auckland in Neuseeland teilzunehmen. Für die "Pacific Series" hat auch Jochen Schümann sein Team Germany angemeldet, müsste aber die dazu notwendigen Mittel noch einwerben.

BMW Oracle hat die anderen Teams gegen sich aufgebracht

Die Bilanz des 54 Jahre alten zweimaligen Cup-Siegers nach dem Genfer Segelgipfel: "Für uns ist der America's Cup wichtiger als die Pazifik-Serie. Aber die Segelwelt ist nun toll zusammen gerückt. Nur einer nicht, und den gilt es, wieder einzufangen. Die Chance dazu ist jetzt da." Gemeint ist Cup-Gigant BMW Oracle Racing.

Team New Zealands Boss Grant Dalton brachte gleichzeitig in einem Interview mit dem New Zealand Harold die Stimmung in der Cup-Gemeinde auf den Punkt: "Wir hoffen einfach, dass unsere Entscheidung, alle zur Pazifik-Serie gemeinsam aufs Wasser zu bringen, sie auch dazu bewegt, ihre Waffen niederzulegen."

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