Nuri Seferi knapp besiegt

Der Burgdorfer Nuri Seferi zeigte in seinem 27. und bislang bedeutendsten Profikampf eine starke Leistung. Nur wenig fehlte in Ankara (Tür) zu einem Überraschungscoup gegen den früheren WBO-Schwergewichts-Weltmeister Herbie Hide (Gb).

Nuri Seferi, der mit einer Bilanz von 21:5 Siegen als Profi in den Ring gestiegen war, verlor über zwölf Runden um die internationale WBC-Meisterschaft im Cruisergewicht (bis 90,718 kg) nur durch ein geteiltes Punktricher-Urteil (1:2 Richterstimmen).

Der um einen Kopf kleinere Schweizer hatte gegen Hide in der jüngeren Vergangenheit bereits als Sparringspartner wertvolle Erfahrungen gesammelt, die er im Kampf mehrheitlich umzusetzen wusste. Mit wuchtigen Haken zu Kopf und Körper brachte Seferi den 36-jährigen Hide wiederholt in Bedrängnis und an den Rand einer vorzeitigen Niederlage.

Der 31-jährige Seferi stand vorab in den ersten Runden einem vorzeitigen Sieg sehr nah. Wie ein wilder Stier stürmte der vor Motivation strotzende Schweizer mit dem Startgong aus seiner Ecke und traf fast mit der ersten Schlagserie seinen Kontrahenten mit einer Linken am Kopf. Hide musste zu Boden, stand aber wieder auf. Doch schon wenig später krachte eine weitere Linke von Seferi ein, ebenso in der 2. Runde. Doch Seferi setzte zu wenig gut nach, während Hide seinerseits den Aussenseiter mit schnellen Fäusten erschüttern konnte.

In der zweiten Kampfhälfte baute Nuri Seferi allerdings ab. Dies kostete ihn den Sieg. Die explosive linke Führhand, die Nuri Seferi in den ersten Runden so entschlossen lanciert hatte, blieb plötzlich aus. Erst in der 10. Runde kam Nuri Seferi nochmals zweimal mit der Rechten durch. Hide setzte sich letztlich auf Grund der höheren Schlagfrequenz in der zweiten Kampfhälfte durch.

Nuri Seferi, der "albanische Tyson" (Eigenwerbung) mit Schweizer Pass, hat sich mit seiner spektakulären Kampfweise auf alle Fälle für weitere besser dotierte Zahltage sowie als Hauptkämpfer von anderen Profibox-Veranstaltungen empfohlen.

Seferis Bezwinger Hide (45:4 Siege), ein Engländer mit nigerianischen Wurzeln, war einst WBO-Schwergewichts-Weltmeister. In WM-Kämpfen gegen physisch überlegene Top-Kaliber wie Witali Klitschko (Ukr) und Riddick Bowe (USA) blieb Hide aber chancenlos.

Telegramm:

Ankara (Tür). Hauptkampf. Vakante EM im Schwergewicht: Sinan Samil San (Tür) - Paolo Vidoz (It) unentschieden. -- Damit bleibt der Titel vakant. -- Internationale WBC-Meisterschaft im Cruisergewicht (bis 90,718 kg): Herbie Hide (Gb/TV) s. Nuri Seferi (Sz) mit 2:1 Richterstimmen. -- Seferi jetzt mit 21:6 Siegen als Profi (15 vorzeitig).

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