
Wiler-Ersigen (Männer) und Dietlikon (Frauen) steigen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in das Europacup-Finalturnier in Winterthur. Während die Zürcherinnen den Titel zu bestätigen haben, ist für die Berner Wiedergutmachung angesagt.
Am letzten Europacup-Turnier im Januar in Vantaa (Fi) hatte sich Wiler im 6. Rang klassiert. Weil der internationale Verband den Kalender geändert hat, besitzt Wiler-Ersigen bereits ein gutes halbes Jahr später die Chance, das schlechteste Abschneiden eines Schweizer Männer-Teams seit 1999 auszubügeln. "Wir denken nicht über die Gruppenphase hinaus", sagte Trainer Thomas Berger. "Wir wollen in der Vorrunde drei gute Spiele zeigen. Wenn wir unser Leistungslevel abrufen können, werden wir auch ein erfolgreiches Turnier spielen."
Die Berner hatten in der Gruppenauslosung Glück. Mit AIK Stockholm steht ihnen in der ersten Phase nur ein Spitzenteam aus Schweden oder Finnland gegenüber. Titelverteidiger AIK ist am Mittwoch der Startgegner für Bergers Team. Stockholm gilt zusammen mit Warberg, einem weiteren Vertreter aus Schweden, als Topfavorit auf den Titel. Am Donnerstag treffen die Berner auf Latvijas Avize Riga und am Freitag auf Tatran Stresovice (Tsch). Während ein Sieg gegen die Letten Pflicht ist, wird es gegen die Tschechen wohl zum Duell um Platz 2 und damit um den Einzug in die Halbfinals gehen.
Wiler-Ersigen wird in den Eulachhallen auf das komplette Kader zurückgreifen können. Goalie Daniel Streit, der sich Anfang September einer Knieoperation unterziehen musste, kehrte am Wochenende (für 30 Minuten) ins Tor zurück. "Ob es für eine Europacup-Partie reicht, werden wir erst kurzfristig entscheiden können", sagt Berger. Seit dem Saisonstart kämpft Teamleader Roger Geber mit Rückenproblemen. Er dürfte aber spielen können.
Das letzte Europacup-Heimturnier hat Wiler-Ersigen in bester Erinnerung. 2005 sicherten sich die Berner bei ihrer ersten Teilnahme gleich die Goldmedaille. Ein neuerlicher Triumph käme einer riesigen Überraschung gleich. Sollte Wiler den Sprung auf das Podest schaffen, wäre es die dritte Medaille nach 2005 und 2006 (Bronze).
Am Heimturnier wesentlich mehr zu verlieren haben die Frauen von Dietlikon. Die Zürcherinnen gewannen die letzten beiden Austragungen des Europacups; im Final bezwangen sie jeweils Iksu Umea. Der schwedische Meister ist auch dieses Jahr wieder dabei, allerdings der anderen Gruppe zugelost.
Wie Wiler wurde Dietlikon in die einfachere Gruppe gelost. Die Zürcherinnen treffen der Reihe nach auf Holmlia Oslo, Dekanka Prag und Aalborg (Dä). Die schwedischen und finnischen Equipen müssen alle drei in der anderen Gruppe gegeneinander antreten. "Eine ´einfache´ Gruppe ist immer trügerisch. Wir werden vorsichtig sein müssen", sagte Trainer Marco Moser. Obwohl sein Team in der Vorrunde bei normalem Verlauf wohl nie ans Limit gehen müsse, sei die einfachere Gruppe ein Vorteil, so der Erfolgstrainer weiter. "Wir werden noch einiges ausprobieren können und wollen vor allem nicht allzu viel Kraft verpuffen. Der Halbfinal wird in jedem Fall extrem schwierig."
Dietlikon führt die Tabelle in der Schweizer Meisterschaft bereits wieder verlustpunktlos an und kann in Winterthur ebenfalls aus dem Vollen schöpfen. Der Double-Gewinner stand bei all seinen drei Europacup-Teilnahmen auf dem Podest (Bronze 2004, Gold 2007 und 2008). Als letzter Schweizer Vertreter im Turnier der Frauen klassierte sich Rychenberg Winterthur vor zehn Jahren ausserhalb der Medaillenränge.
von Sandro Mühlebach, Si
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