Kleines Patty-Jubiläum beim grossen Zürcher Abschied
Kleines Patty-Jubiläum beim grossen Zürcher Abschied
In Zürich dabei: Jelena Jankovic (EQ)

Fünf Top-Ten-Spielerinnen treten nächste Woche im Hallenstadion zum (vorerst) letzten Zurich Open an. Trotz der Rückstufung (Tier II) zieht das Turnier noch immer die Elite an. Angeführt wird das Feld von Jelena Jankovic (Ser/WTA 1).

Seit 1984 figuriert(e) das Zürcher Frauen-Turnier mit wechselnden Standorten (bis 1996 in der Zürcher Saalsporthalle, 1997 bis 2004 im Klotener Schluefweg, seit 2005 im Hallenstadion) im Tennis-Kalender. Zwei Drittel dieser 24-jährigen Wegstrecke ging Patty Schnyder mit dem Turnier mit. Sie trat 1994, im Alter von nicht ganz 16 Jahren, erstmals in der Qualifikation an und schaffte ein Jahr später als Weltnummer 234 schon den ersten Sieg im Hautptableau gegen die Rumänin Irina Spirlea (WTA 24).

Bei der diesjährigen 25. (Abschieds-?)Veranstaltung des Zürcher Turniers feiert auch Patty Schnyder (WTA 11) ein kleines Jubiläum. Sie ist zum 15. Mal dabei. Für die 29-Jährige könnte es dabei durchaus noch um wichtige Ranking-Punkte gehen. Als (virtuelle) Nummer 10 der Jahreswertung (Maria Scharapowa hat ihre Teilnahme bereits abgesagt) hat sie noch eine kleinste theoretische Chance auf einen Platz bei den Championships im November in Doha (Katar). Sie hat sich nach einem guten Herbst mit der Qualifikation für die Viertelfinals beim US Open, dem Turniersieg in Bali und dem Erfolg gegen Kusnezowa letzte Woche in Stuttgart, dem ersten gegen eine Top-Ten-Spielerin seit fast einem Jahr, wieder in die Nähe der ersten 10 Positionen geschoben.

Der Rückstand auf die zwei Ränge vor ihr klassierte Vera Swonarewa (Russ) betrug Anfang dieser Woche zwar 541 Punkte, doch ist jederzeit damit zu rechnen, dass die eine oder andere Athletin sich noch verletzt oder sonst unpässlich wird. Deshalb gilt es für Schnyder, die am kommenden Montag an ihr vorbeigezogenen Nadia Petrowa (Russ) und Caroline Wozniacki (Dä) wieder zu überholen sowie die nachfolgende Flavia Pennetta (It) in Schach zu halten.

Die Weltnummer 1 in Zürich

Neben Schnyder befindet sich mit Timea Bacsinszky nur eine weitere Schweizerin in der Draw. Die 19-jährige Waadtländerin ist als Weltnummer 49 zwar so gut klassiert wie noch nie in ihrer Karriere, doch beim hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld (Cut an Position 32/Kirilenko) musste sie gleichwohl eine Wildcard beanspruchen. Eine zweite Wildcard wäre für Stefanie Vögele reserviert gewesen, doch musste die Aargauerin im letzten Moment wegen einer Magen-Darm-Grippe Forfait erklären. Angeführt wird die Entry List von der Weltnummer 1 Jelena Jankovic, die zuletzt die Turniere in Peking und Stuttgart gewann und diese Woche auch in Moskau noch dabei ist. Weitere Top-Ten-Spielerinnen in Zürich sind Ana Ivanovic (Ser/WTA 5), Venus Williams (USA/WTA 8), Vera Swonarewa (Russ/WTA 9/Wildcard) und Agnieszka Radwanska (Pol/WTA 10). Aus den Top 20 sind 14 Spielerinnen dabei.

Die Elite des Frauen-Tennis befindet sich also bei der Dernière fast geschlossen am Start. Und dies obwohl das Preisgeld durch die Rückstufung zum Tier-II-Turnier von 1,34 Mio Dollar auf 600 000 Dollar gesenkt wurde. Anders als in früheren Jahren zeichnen sich heuer auch weniger Absagen in letzter Minute ab. "Das hat schon in den letzten beiden Jahren gebessert. Ich hoffe, dass sich jetzt keine unserer Spielerinnen beim Final-Wochenende in Moskau verletzt", sagte Turnier-Direktor Beat Ritschard.

Ob und wie es mit dem Zürcher Turnier ab 2010 weitergeht, weiss Ritschard wenige Tage vor dem vorläufig letzten Turnier noch nicht. "Derzeit haben wir keine Kapazität, um über die weitere Zukunft nachzudenken. Jetzt wollen wird diese Sechseinhalb-Millionen-Kiste über die Bühne bringen." Der Turnierdirektor sagte aber auch, dass der Vertrag mit dem Titelsponsor "TENNIS.com", der vor wenigen Tagen abgeschlossen wurde, "die Zukunft des Turniers positiv beeinflussen kann." Mehr Wasserstandsmeldungen will Ritschard nicht durchgeben; nicht jetzt, bevor das letzte Turnier in der alten Form über die Bühne gegangen ist.

Von Stefan Wyss (Si)

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