Didier Cuche stützt sich mit beiden Händen im Schnee ab.(© reuters)

Die Liegestützen im Kraftraum haben sich für Cuche ausbezahlt.

Sein Erfolgsrezept bringt der 35-jährige Neuenburger Cuche im Siegerinterview auf den Punkt: «Ich war vor der Ziellinie überhaupt nicht müde. Die mehr als 500 Stunden Konditionstraining und die vielen Riesenslalom-Trainingsläufe in Saas-Fee haben mir geholfen, hier in Sölden schnell Ski zu fahren.»

Dickes Lob an Saas Fee

Der Riesenweltcup-Sieger der vergangenen Saison vergisst in der Stunde seines Triumphes aber auch nicht, sich bei den Helfern im Hintergrund zu bedanken. So schickt er gleichzeitig ein dickes Dankeschön an die Verantwortlichen der Trainingsstation in Saas-Fee, die mit ihrer logistischen Unterstützung und den perfekten Rahmenbedingungen erst einen solchen Erfolg möglich gemacht hätten.

Versöhnung mit Sölden

Cuches erster Sieg in Sölden ist zugleich auch die Versöhnung mit der anspruchsvollen Piste inmitten des Ötztals, mit der er etliche Jahre auf Kriegsfuss stand. Nur 2008 gelang dem Neuenburger mit Rang zwei hinter seinem Teamkollegen Daniel Albrecht ein Resultat in den Top 3.

«Ich hatte es hier in Sölden ein paarmal in den Füssen, ein gutes Resultat zu erzielen. Im entscheidenden Moment war ich aber zu nervös, wollte allen beweisen, dass ich schnell bin», so Cuche selbstkritisch. «Doch seit drei Jahren hat sich die Lage verändert. Der Erfolg ist da und ich stehe einfach viel lockerer auf den Ski.»

Je älter, desto besser...

In der Vergangenheit stand Cuche oft zu verbissen am Start und stand sich für noch grössere Erfolge meist selbst im Weg.

«Ich würde das Rad der Zeit gerne um 15 Jahre zurückdrehen und mit der Ruhe, die ich mittlerweile gefunden habe, noch einmal anfangen», sinnierte Cuche weiter.

Ein Shootingstar auf Bewährung

Carlo Janka steht erst am Beginn einer womöglich grossen Karriere. Der Gewinn des Riesenslalom-WM-Titels im Februar in Val d'Isère katapultierte den ruhigen Bündner schlagartig ins Rampenlicht des Skizirkus.

Der Druck, die Resultate der vergangenen Saison zu bestätigen, ist enorm. Und zu Beginn der Saisonvorbereitung schien es, als ob Janka daran zerbrechen würde. Ein mysteriöser Virus schwächte den Obersaxer und machte ihm einen dicken Strich durch die Trainingsplanung.

Der «Iceman» ist zurück

Doch Janka meldete sich zum Saisonauftakt in Sölden mit einem Paukenschlag zurück. Trotz massivem Trainingsrückstand fuhr er als Dritter wieder mitten in die Weltelite. «Geträumt habe ich natürlich vom Podest. Dass es aber schon im ersten Anlauf klappt, hätte ich nicht gedacht», gab der «Iceman», wie Janka in Anlehnung an seine coole Art genannt wird, nach dem Rennen zu.

Die Erwartungen an Janka sind nach seinem Weltmeister-Titel gestiegen; das merkte der 23-Jährige schon vor dem Rennen. «Die Situation ist nun völlig anders. Der Druck ist jetzt viel höher. Ich habe versucht, so gut als möglich damit umzugehen. Und das scheint mir heute gut gelungen zu sein.» Mit diesem starken Lebenszeichen dürfte Janka die Skeptiker vorerst zum Verstummen gebracht haben.
(sil)